Werkstoffe

Meinen Schmuck schmiede ich ausschliesslich aus reinen Edelmetallen direkt aus Barren


In einem ersten Arbeitsgang wird der Barren in Form eines Vierkantstabes gebracht von dem die Rohlinge, z.B. für eine Armspange, abgetrennt werden können.

Der Arbeitsgang von der Barre bis zum Rohling, aus dem das Schmuckstück geschmiedet wird, ist sehr aufwändig und bedarf grösster Sorgfalt. Nun kann ich das Gefüge schon sehr feinkörnig machen. Arbeite ich unsorgfältig oder zu rasch, wird das Gefüge entweder zu grobkörnig oder es entstehen Spannungsrisse im Vierkantstab.

Es ist eben gerade nicht das Ziel den Rohling möglichst nahe an die gewünschte Form zu giessen um nur noch wenig schmieden zu müssen, sondern dem reinen Edelmetall Festigkeit und Zähigkeit zu geben. Das geschieht indem man das Gefüge feinkörniger macht und das Kristallgitter “verspannt” d.h. ein Gleiten der Kristalle entlang deren Gleitebenen durch gezieltes Einbringen von “Fehlern” verhindert (siehe unter “Die Hintergründe”). Bilderserie “von der Barre zum Rohling“:

Folgende Werkstoffe verwende ich:
  • Silber 999 (Feinsilber)
  • Gold 999 (Feingold)
  • Schweizer Naturgold (eingeschmolzene Flitter / Nuggets) => ca. 90% Au

Bei 999 handelt sich um reine Edelmetalle d.h. zu 99.99% reines Silber / Gold.

Vorteile von Naturgold:
  • härter und zäher als reines Gold
  • schönere Farbe und Glanz als bei 750er Gold
  • etwas heller als reines Gold (Silbergehalt)
  • jedes Stück ist alleine aufgrund der chem. Zusammensetzung ein Unikat
  • Naturgold aus der Schweiz ist das umweltfreundlichste das es gibt!
Vorteile von reinen Edelmetallen:
  • kräftige satte Farbe
  • keine Allergien auslösend
  • wertvoller / einzigartiger / beständiger
  • geringstmögliche Oxidation (Silber)

Silber: weissestes aller Metalle, bester Leiter (El. Strom / Wärme), antibakteriell

Gold: gelbstes aller Metalle, oxidationsstabilstes aller Metalle (reagiert nicht mit Sauerstoff und anderen), sehr schwer

Alle diese Eigenschaften werden bereits bei geringen Legierungsbestandteilen (Kupfer, Nickel, Silber, Gold) stark beeinflusst. Silber hat z.B. die weisseste Farbe aller Metalle. Diese kommt aber nur bei wirklich reinem Silber richtig zum Ausdruck. Schon geringe Mengen an Kupfer (925er Silber) beeinträchtigen obige Eigenschaften stark.

Viele denken, dass reines Gold/Silber zu weich sei um daraus Schmuck herstellen zu können. Das stimmt nur, wenn man den Schmuck nicht schmiedet. Nach dem Giessen z.B. ist reines Silber / Gold sehr weich und grobkörnig. Durch abwechslungsweises Schmieden / Glühen werden die Kristalle aus welchen das Gefüge aufgebaut ist, immer feinkörniger. Die mechanischen Eigenschaften wie Härte, Zähigkeit und Elastizität können so um ein Vielfaches gesteigert werden.

Ganz vereinfacht gilt folgendes:Schmieden verspannt das Gefüge und das Material wird zäher/elastischer. Um weiter schmieden zu können muss geglüht werden. Glühen entspannt das Gefüge => aus den beim Schmieden verspannten Kristallkörnen werden neue gebildet die nun kleiner sind. Ein erneutes Schmieden ist wieder möglich, bis das Gefüge wieder verspannt ist und erneut geglüht werden muss. Für weiterreichende Infos lesen Sie unter „Infos => Hintergründe“.


Nebenbei: wussten Sie, dass z.Bsp. bei 750er (18ct.) Goldschmuck zwar 75% des Gewichtes Gold ist, also 75% von dem was die Waage anzeigt; jedoch nur 60% vom Volumen, also von dem was unser Auge wahrnimmt!? Wenn Ihnen also jemand sagt, dass 75% von dem Ring aus Gold seien, dann hat er schon recht und Sie bezahlen ja auch das Gold in g. Sie denken jedoch automatisch dass 3/4 von dem was Sie in den Händen halten aus Gold ist…leider ein Irrglaube (Unser Hirn/Denken spielt uns da einen Streich, weil Gold so extrem schwer ist im Vergleich zu den anderen in der 750er Legierung enthaltenen Metallen und wir die 3/4 eher auf das was wir sehen beziehen können als auf ein Gewicht).

Das von mir verwendete Naturgold hat eine Reinheit von ca. 90% Au (bezogen auf das Gewicht) und bezogen auf das Volumen 84% Au. Naturgold ist eine natürliche Legierung, Gold findet sich in der Natur nie rein.